Das Kräuterwirtshaus über den Wolken

Der Strumerhof in Matrei

Wermut-Aperitif, Gamsknödel-Suppe mit karamellisierter Kamille, Lamm, in Bergheu gebraten, Wiesenlasagne… Auf dem 1.451 Meter hoch gelegenen Strumerhof verwöhnt Familie Holzer ihre Gäste mit Unkraut à la carte. Einen grandiosen Panoramablick auf Osttirols Bergwelt gibt es inklusive.

Text/Bilder: Christina Feser

Anna Holzer streift durch den üppigen Garten, bückt sich immer wieder und nimmt einzelne Pflänzchen in Augenschein. Halten sie ihrem prüfenden Blick stand, zupft oder schneidet sie diese ab und legt sie achtsam in ihr Körbchen. Rasch ist das prall gefüllt: Knoblauchsrauke, Sauerampfer, Süßdolde, Bibernelle, Giersch, Guter Heinrich, dazu farbenfrohe Blüten von Gänseblümchen, Malve, Glocken- und Ringelblume. 

»Sieht das nicht zum Anbeißen aus?«, sagt sie – mehr bestätigend als fragend – und zeigt stolz auf ihre Ausbeute. Dabei strahlt die Osttirolerin eine Freude aus, als habe sie zum allerersten Mal in ihrem Leben etwas mit eigenen Händen geerntet. 

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Anna Holzer mit Kräutern aller Art, doch das Staunen hat nie aufgehört. Im Gegenteil, sagt sie. Die Begeisterung nehme von Tag zu Tag zu. »Für mich ist eine Wiese eine Wissenschaft. Jedes Pflänzchen hat eine Rolle, eine Funktion. Zusammenhänge in der Natur zu erkennen ist für mich immer wieder ein Aha-Erlebnis«, beschreibt sie ihre unbändige Freude. 

Das größte Glück für Gäste ist es, wenn die gesammelten Garten- und Wiesenschätze anschließend in der Küche zu kulinarischen Leckereien verarbeitet werden. Denn darauf hat sich der »Strumerhof« spezialisiert. Mit tatkräftiger Unterstützung eines kompetenten Helfer-Teams werden kreative Gerichte mit ungewöhnlichen Zutaten hergestellt.Wiesenlasagne, Brennnesselknödel, Quendl-Hendl, Lamm in Bergheu sind nur einige köstliche Beispiele, die auf der Speisekarte stehen.

Eine Besonderheit darunter – auch für Anna persönlich – ist die Unkrautsuppe. »Mit ihr hat 1993 der kleine Boom auf unser Kräuterwirtshaus angefangen«, erzählt sie. Zuvor hatten viele sie für eine »Spinnerin« gehalten. Für Anna war das jedoch Ansporn: »Wenn die Leute sagen, man spinnt, ist man auf dem richtigen Weg, man schwimmt gegen den Strom. Und ich wollte nie mit der Masse gehen, sondern immer nur ich selber sein.« 

Diesen Ort sollte man in aller Ruhe und mit allen Sinnen genießen. Für einen Besuch auf dem Strumerhof deshalb unbedingt ausreichend  Zeit einplanen. 


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Heft 04/2019.
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