Genießen erlaubt!

Kulinarisches Piemont

Das Piemont trumpft mit seiner kulinarischen Vielfalt auf: Trüffel, Wein, Käse, Reis und Haselnüsse sind nur einige der bekannten Produkte aus dem Nordwesten Italiens. Mal ist die Küche bodenständig, dann wieder auf Gourmetniveau – bei einer Reise durch die Region kann man lokale Bauern und Sterne-Köche treffen.

Text: Anna Rettig Fotos: Sascha Rettig

Kaum werden die Hunde Brio und Lizzy von der Leine gelassen, stürmen sie los und schnüffeln aufgeregt am Boden umher. »Fòrsa! Alè!«, ruft Giorgio Romagnolo ihnen zu. Los, sucht! Lizzy schlägt als erste an und fängt unter einem Baum an zu graben. Giorgio läuft zu ihr und buddelt mit seinen Händen vorsichtig weiter – und hält wenig später einen braunen, erdigen Klumpen in der Hand: einen Trüffel! Er ist etwas größer als ein Golfball und wird nachher, wenn er gesäubert ist, über einen frischen Robiola-Käse gerieben.

Nun aber kramt Giorgio erst einmal die Belohnung für die Hundedame aus seiner Tasche und lobt sie: »Bravissimo!« Der 64-Jährige ist ein erfahrener Trüffeljäger, der schon als Junge mit seinem Vater loszog, um diese Schätze der Natur zu finden. Seit einiger Zeit nimmt er auch Besucher mit. Dabei erzählt er von den unterschiedlichen Trüffelsorten und warum diese begehrte Pilzart ausgerechnet hier, in Piemont, so gut wächst. »Der Boden ist ton- und kalkhaltig, nicht zu fest und außerdem haben wir die richtige Menge an Regen.«

So eine Trüffelsuche ist ein unterhaltsamer Einstieg in eine kulinarische Reise durch das Piemont, das in den folgenden Tagen durch seine immense Vielfalt überraschen wird. Denn neben Trüffel gibt es international bekannte Weine, die vielen Haselnüsse wiederum legten den Grundstein für einen weltbekannten Nussnougat-Aufstrich und dank der zahlreichen lokalen Produzenten gibt es überall handgefertigten Käse, ausgezeichnetes Fleisch und hausgemachte Pasta.

Lust auf Käse

Geprägt ist die Region im Nordwesten von den Alpen; immerhin heißt »Piemont« übersetzt »am Fuße der Berge«. Bei Varallo etwa, das im Mittelalter gegründet wurde und noch immer durch seine alten Steinhäuser und engen Gassen besticht, schlängelt sich die Straße in die Berge hinauf. Bei der Fahrt eröffnen sich immer wieder eindrucksvolle Panorama-Ausblicke auf die Alpen, die sich mit dem Monte Rosa bis auf über 4.600 Meter auftürmen.

In einem dieser kleinen Orte leben Alberto und Claudio Cerini. Direkt neben ihrem Grundstück rauscht ein Fluss mit frischem Bergwasser vorbei. Ihr Großvater gründete dort vor gut 100 Jahren eine Käsereimanufaktur, mittlerweile haben die beiden Brüder das Familienunternehmen übernommen. Aus roher Kuhmilch stellen sie Toma-Käse her, eine regionale Spezialität. Nach kurzer Reifezeit ist er noch sehr weich und fast flockig, nach einigen Wochen aber wird er fester und entwickelt ein cremig-würziges Aroma – im kleinen Hofladen können die Kunden sich durch die verschiedenen Sorten probieren und im Stall die neugierigen Kühe besuchen.

Die Trüffelsuche mit Giorgio und Hündin Lizzie war eines meiner Highlights.


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Heft 02/2018.
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