Heidis Heimat entdecken

Wandern im Heidiland

Johanna Spyris Romanfigur Heidi hat den Osten der Schweiz berühmt gemacht. Doch wer hierher reist, bemerkt schnell, dass es einen anderen Hauptdarsteller gibt – die Natur. Beim Wandern erlebt man täglich neue Überraschungen. Wir haben vier Touren unternommen. Sie führen zu Seen, auf Gipfel und zu einem selbst.

Meine Frau und ich dachten, dass wir bestens auf Bergtouren vorbereitet sind und nun das: Soeben sind wir in eine Höhe von 1.873 Metern gestiegen und jetzt fällt uns die alpine Notrufnummer der Schweiz nicht ein. Ich schaue Moni fragend an, tippe ins Blaue: 112? Oder? Im Fernsehen kommen ja immer im letzten Moment von irgendwoher Bergretter oder Bergdoktoren angebraust. Doch blöd, wenn wir sie nicht anrufen können. Hmmm.

Glockengeläute-Soundtrack

Zum Glück gibt es gerade keinen Notfall. Vor uns stehen zwei Studenten. Sie sammeln Daten für die bfu, die Beratungsstelle für Unfallverhütung. Die Zwei passen an einer Weggabelung Wanderer ab, die wie wir hoch über dem Rheintal unterwegs sind. Die Studenten möchten wissen, wie sich die Leute auf ihre Bergtouren vorbereiten. Sie notieren, ob wir uns mit dem Terrain vertraut gemacht haben, ob wir GPS-Gerät und Karten mitführen, das Wetter vorab gecheckt haben. Stets geben wir ein »Ja« zurück. Auch die Wanderstöcke sind dabei. Im Rucksack gibt es genug Wasser, Essen und eine Regenjacke. Und sowieso sind wir in besten Händen, denn neben uns steht der Wanderleiter Werner Forrer. Er begleitet uns hinauf auf den Berg Vilan. 

Heute haben wir Dienstag und es ist bewölkt. Kein guter Tag für Umfragen. Die beiden Studenten drücken uns einen Flyer mit allen Daten und Notfallnummern in die Hand. Dann geht es tiefer in die Berge hinein. Untermalt mit dem Glockengeläute-Soundtrack einer Rinderherde. Werner legt ein gemächliches Tempo vor, hält alle paar Minuten an, verrät welche Blumen neben dem Pfad wachsen oder erklärt die Aussicht: »Das ist Grenzgebiet. Also alles was auf der anderen Seite liegt, ist bereits Vorarlberg. Oder linker Hand in Liechtenstein.« 

Wir erreichen die nächste Weggabelung. Auf einem Schild steht Vilan (steil). Es ist blau und zeigt mit einem weißen Pfeil die Laufrichtung an. Darüber ist ein gelber Wegweiser angeschraubt: Vilan (weniger steil). Werner schmunzelt: »Ach was, der ist genauso steil wie dort drüben«. Sagt er und stampft weiter bergan auf dem weniger steilen Pfad. Er windet sich in Schleifen den Hang hinauf. Das Panorama wird mit jedem Höhenmeter gewaltiger. Um 10:20 stehen wir auf dem 2.376 Meter hohen Vilan. Werner erklärt uns wieder die Aussicht: »Dort unten liegt Malans. Da ist die Talstation der Älplibahn. Weit hinten, wo das Rheintal abknickt, seht ihr Chur, die Hauptstadt von Graubünden.«

Durch die vielen Bergbahnen und Busverbindungen kommt man im Heidiland bequem von einem Ort zum nächsten.


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Heft 03/2018.
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