Wie aus einer anderen Zeit

Eine E-Bike-Tour im Defereggental

Im hinteren Defereggental, im Schutze des Nationalparks Hohe Tauern, liegt die  älteste Gemeinschaftsalm Österreichs. Mit dem E-Mountainbike ist Reisewelt ALPEN Magazin-Autorin Christina Feser genussvoll in das archaische Tal ein- und in eine stille Bergwelt abgetaucht.

Text/Fotos: Christina Feser

Es duftet würzig nach feuchtem Waldboden und Zirbenholz. Ein paar letzte hartnäckige Wolken winden sich um die steinernen Gipfelzähne, die sich um uns herum in den Himmel recken. Pfützen zeugen vom andauernden Regen der letzten Nacht, der die Luft staubkörnchenrein gewaschen hat. Die Bedingungen für einen Ausflug in eines der abgelegensten Täler Osttirols könnten kaum besser sein. 

Im Sattel eines Mountainbikes mit unterstützendem Elektromotor wollen wir ins hintere Defereggental zu einer der ältesten Almen Österreichs radeln. Zwar könnte man die rund 20 Kilometer lange Strecke auch wunderbar zu Fuß zurücklegen, aber schon lange hatte es mich interessiert, wie sich ein E-Mountainbike wohl so fährt.

So rollen wir nun auf griffigen Stollenreifen ohne Anstrengung auf dem Schotterweg am Ufer der rauschenden Schwarzach entlang und bestaunen einige Prachtexemplare des Oberhauser Zirbenwaldes, die sich rechts und links an die Steilhänge klammern. 

Mit einem hölzernen »Rä-Rä-Ruf« fliegt ein Tannenhäher aus seinem Versteck. Weil der Gebirgsvogel mit seinem dunkelbraunen Gefieder und weißen Punkten gerne in Zirbenwäldern lebt, und sogar die Verbreitung der Bäume unterstützt, wird er in Österreich auch »Zirbengratsche« genannt. 

Nach etwa 30 Minuten Fahrt werden Lärchen und Fichten deutlich weniger. Das Tal weitet sich, wird rauer. Wir erreichen die Oberseebachalm und legen einen Stopp bei Bergbauer Willi ein. Wie früher mäht er das Gras seiner Steilwiese mit der Sense und schichtet es zum Trocknen über gespannte Drahtseile. Vier Monate im Jahr lebt der Südtiroler aus dem nahen Tauferer Ahrntal mit seinem Vieh hier oben, erzählt er uns. Das Gefühl von Einsamkeit kenne er jedoch nicht. Manchmal kommt seine Frau zu Besuch. Oder seine Kinder schauen mit den Enkeln vorbei. Und an Arbeit mangele es sowieso nie.

Je mehr ich mich der Jagdhausalm näherte, desto weiter schien das Heute entfernt. Dort angekommen, hat mich besonders der Einblick in das karge Lebender Bergbauern berührt.


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Heft 02/2019.
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